Hallo Ihr Lieben 🙂

Wie Ihr ja vielleicht wisst, lege ich im Herbst diesen Jahres meine Staatsexamensprüfungen, unter anderem in Englischer Literaturwissenschaft, ab. Zur Vorbereitung und auch mit großer Begeisterung lese ich deshalb zur Zeit die schönsten Bücher meiner Kindheit noch einmal im englischen Original und freue mich jedes Mal wie ein Schnitzel, wenn ich ein berühmtes Zitat entdecke 😉

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Ich mag es ganz besonders, wenn in den Büchern von wunderlichen Speisen und Getränken die Rede ist, deren Geschmack und Aussehen ich mir schon früher in den buntesten Farben ausgemalt habe. Mein heutiges Rezept ist daher eigentlich eher eine Dekorations-Idee, oder ein Thema für eine Motto-Party.

Wer an Alice im Wunderland denkt, hat sofort das Fläschchen mit dem „Drink me“-Etikett und den kleinen Kuchen mit der Aufschrift „Eat me“ vor Augen, die Alice groß genug wachsen und klein genug schrumpfen lassen, um an einen Schlüssel auf einem hohen Tisch heranzureichen oder durch eine winzige Tür zu passen.

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Ich habe mich schon immer gefragt, wie dieser Kuchen wohl schmecken würde. Welche Assoziationen habt Ihr im Kopf, wenn Ihr diesen Textauszug lest:

“ […] Soon her eye fell on a little glass box that was lying under the table: she opened it, and found in it a very small cake, on which the words ‘EAT ME’ were beautifully marked in currants. ‘Well, I’ll eat it,’ said Alice, ‘and if it makes me grow larger, I can reach the key; and if it makes me grow smaller, I can creep under the door; so either way I’ll get into the garden, and I don’t care which happens!’

She ate a little bit, and said anxiously to herself, ‘Which way? Which way?’, holding her hand on the top of her head to feel which way it was growing, and she was quite surprised to find that she remained the same size: to be sure, this generally happens when one eats cake, but Alice had got so much into the way of expecting nothing but out-of-the-way things to happen, that it seemed quite dull and stupid for life to go on in the common way.

So she set to work, and very soon finished off the cake. […]“

(Carroll, Lewis. Alices´s Adventures in Wonderland. Chapter I.)

Ich musste (auch wegen der Tee-Zeremonie des verrückten Hutmachers) sofort an den Geschmack von gesüßtem schwarzem Tee denken. Und von meinem England-Urlaub hatte ich noch ein Glas Lemon-Curd, welches ganz wunderbar zum süßen Fondant und dem herben Tee passt und dazu noch „very British“ daherkommt.

Apropos Fondant: Der ist ja der eigentliche Clou, an den sonst eher gewöhnlichen Muffins. Ich wollte unbedingt ein Design, das an Alice blaues Kleid mit der weißen Schürze aus der Disney-Verfilmung (und anderen) angelehnt ist. Dazu habe ich die Küchlein mit Lemon-Curd gefüllt, mit Zitronen-Buttercreme eingestrichen, dann mit hellblauem Fondant eingedeckt und ein weißes „Spitzendeckchen“ als Topper modelliert. Das obligatorische „EAT ME“ habe ich in Form einer Fahne umgesetzt, weil keine Zuckerschrift fein genug ist, um auf dem winzigen Törtchen noch lesbare Buchstaben zu zaubern.

Der rote Zaubertrank ist bei mir rot gefärbtes Wasser eine Tinktur nach streng geheimer Rezeptur, die ich Euch leider nicht mitteilen darf. Für Eure Mottoparty könnt Ihr hier aber natürlich auch rote Bowle, Limonade oder Kirschsaft verwenden 😉

Und jetzt los zum Rezept, oder ab zum Bücherregal…

Für 6 Muffins im Alice im Wunderland-Look braucht Ihr:

zwei Teebeutel schwarzen Tees

80ml Milch

70g Margarine

70g Zucker

1/2 Päckchen Zitronenzucker

1 Eier

120g Mehl

1/2 Teelöffel Backpulver

eine Prise Salz

etwas gemahlene Vanille

Für die Füllung:

1 Glas Lemon-Curd (oder Zitronen-Marmelade)

Für die Zitronen-Butter-Creme:

100g Margarine

100g Puderzucker

Saft einer Zitrone

Für die Deko:

Fondant in hellblau und weiß, Modellierwerkzeug (bei Bedarf)


Erhitzt zuerst die Milch und lasst die Teebeutel darin mindestens 20 Minuten ziehen.

Fettet und mehlt dann sechs Mulden eines Muffinblechs aus und heizt den Ofen auf 180°C (Umluft) vor.

Schlagt die Margarine mit den beiden Zuckersorten schaumig auf, gebt das Ei und die Tee-Milch dazu und verrührt alles miteinander.

Siebt das Mehl und das Backpulver über die Teigmischung und rührt, bis ein homogener Teig entsteht. Gebt zum Schluss etwas Salz und Vanille dazu und wenn sich alles gut verbunden hat, gebt Ihr den Teig gleichmäßig in die sechs Mulden des Muffinblechs.

Backt die Küchlein etwa 20 Minuten und prüft mit der Stäbchenprobe. Lasst sie dann ganz auskühlen.

Schneidet sie dann einmal horizontal auf und bestreicht die Schnittfläche mit Lemon Curd. Setzt sie wieder zusammen.

Stellt aus der Margarine, dem Puderzucker und dem Zitronensaft eine amerikanische Buttercreme her. (Gebt also alle Zutaten in eine Schüssel und schlagt sie auf)

Streicht die Küchlein rundherum mit der Buttercreme ein und glättet sie etwas.

Die beiden Fondant-Massen rollt Ihr auf etwas Bäckerstärke, am besten mit einem Ausrollstab, aus und stecht große blaue und kleine weiße Kreise aus. Die weißen Kreise kerbt Ihr ringsherum ein und piekst kleine Löcher in die so entstandenen Halbkreise am Rand, damit eine „Spitzendeckchen-Optik“ entsteht.

Die blauen Kreise legt Ihr vorsichtig über die eingestrichenen Küchlein und deckt diese vorsichtig (Rissgefahr!) ringsherum ein. Schneidet den Überschuss großzügig ab und stupst die Schnittkante etwas unter die Küchlein.

Bepinselt die Spitzchen-Topper von der Unterseite mit etwas Wasser und setzt sie mit leichtem Druck auf den blauen Fondant.

Wenn Ihr mögt, könnt Ihr noch Fähnchen mit „Eat me“ basteln und in die Küchlein stecken.

Und fertig ist der Alice im Wunderland-Minikuchen!

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Ganz viel Freude damit und bis zum nächsten Mal,

Eure Laura

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